Aus der Biographie von René Graetz

René GRAETZ wurde am 2.8.1908 in Berlin geboren.Die Mutter war italienischer, der Vater deutscher Herkunft Die Familie lebte in Genf. Er erlernte den Beruf eines Tiefdruckers und besuchte 1926-28 Vorlesungen an der Universität in Genf und Zürich. 1929 gewann er einen internationalen Wettbewerb der Tageszeitung "Cape Times" und erhält den Auftrag, beim Aufbau der Druckerei in Kapstadt/Südafrika mitzuarbeiten. Beginn der künstlerischen Tätigkeit. Er besuchte dort die Bildhauerklasse der Primavera School of Arts and Crafts. 1934 - 39 schuf GRAETZ verschiedene Porträtplastiken, u.a. Malayischer Knabe (1939).

Er verließ Südafrika 1939 fuhr nach Paris und Zürich und blieb in London . Er beschäftigte sich sehr intensiv mit den Arbeiten von Henry Moore, den er in seinem Atelier in London besuchte.

1940 wurde er wegen deutscher Staatsangehörigkeit interniert und für ein Jahr nach Kanada deportiert. 1944 heiratete er die Grafikerin. Elizabeth Shaw. 1946 beteiligte er sich an einer Ausstellung der Artists’International Association (AIA) in Paris und zeigt seine Zentaurenbilder.

1946 kam GRAETZ mit deutschen Emigranten aus England, in den Osten Berlins, um hier für ein neues Deutschland zu arbeiten. 1949 arbeitete GRAETZ mit Arno Mohr und Horst Strempel am Wandbild "Metallurgie Hennigsdorf". 1952 unternahm GRAETZ mit den Bildhauern Cremer, Seitz, Grzimek u. Hahne eine Studienreise nach Moskau. 1956 fuhr GRAETZ zu einer Studienreise vom Verband Bildender Künstler nach Italien.

Stehende no 24

1957 GRAETZ modellierte verschiedene Kleinplastiken "Zeichnende" 1959 (Kloster Unser Lieben Frauen), "Frau mit Blumen" 1956 (Moritzburg), "Große Sitzende" 1958 102 cm (Leuna-Park). 1958 beteiligte er sich an der Gestaltung der Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald zusammen mit W. Grzimek und F. Cremer. GRAETZ arbeitete an drei großen Stelen . Danach arbeitete er an einer Plastik für die Gedenkstätte Sachsenhausen. Der erste ausdrucksvollere Entwurf, der Gruppe "Befreiung" wurde jedoch abgelehnt, der zweite angenommen.

1960 entstanden zwei Fassungen der Plastik "Stürzender" und verschiedene farbige Zeichnungen zum gleichen Thema. Er beschäftigte sich auch mit der Kreuzigung.
1970 experimentierte er sich mit der Siebdrucktechnik.Seine Grafik "Rote Leiter" fand dabei großen Anklang in der Öffentlichkeit. Er schuf die Plastik "Westwind" (1970), wiederum in Anlehnung an Arbeiten Henry Moores.
Es entstanden weitere abstrakte Plastiken die er "Upright Figures" nennt. 1965 wurde Graetz für die DDR Mitglied des Exekutivkomitees der AIA der Unesco. 1973 wurde er deren Ehrenpräsident. Im Rahmen dieser Tätigkeit unternahm er Reisen nach Japan, Amsterdam, Bagdad und London. Die Reiseeindrücke spiegelten sich unmittelbar in seinen Arbeiten wieder. Im gleichen Jahr schuf er eine Kleinplastik "Rosa Luxemburg", als Entwurf für eine Großplastik in Berlin. Der Auftrag wurde jedoch nicht ausgeführt. 1973 erhielt GRAETZ den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR.
Inborn Power
Am 17. September 1974 starb René Graetz in Graal-Müritz und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.
Nach seinem Tod 1978 wurde in der Nationalgalerie die erste größere Ausstellung seiner Arbeiten gezeigt. Der dafür erscheinende Katalog ist der erste größere Katalog seiner Arbeiten überhaupt. 1995 hat die Stiftung Archiv der Akademie der Künste Berlin, Abteilung Bildende Kunst den gesamten schriftlichen Nachlaß von René Graetz übernommen. Seine grafischen Arbeiten, Plastiken und keramischen Arbeiten werden im Kunstarchiv Graetz/Shaw aufbewahrt.
Auswahl von Institutionen in Besitz von GRAETZ Arbeiten:Berlin: Akademie der Künste Berlin, Kupferstichkabinett, Märkisches Museum, Nationalgalerie, Senat von Berlin, Kulturamt Berlin-Friedrichshain Brandenburg: Eisenhüttenstadt: Metallkombinat, Inselfriedhof, Frankfurt/O.: Galerie "Junge Kunst", Babelsberg: DEFA , Sachsenhausen Gedenkstätte Thüringen: Mahn- u. Gedenkstätte Buchenwald, Museen Meiningen, Gera: Kunstgalerie Sachsen-Anhalt:, Halle: Galerie Moritzburg, Leunapark, Leipzig: Museum für Bildende Künste , Magdeburg: Kloster Unser Lieben Frauen Mecklenburg-Vorpommern: Schwerin: Museum Schwerin